Wie entstehen Tornados?

Im Sommer 2009 wurde vermehrt auch von kleineren Tornados in Deutschland berichtet. Das ist allerdings auch in unseren Breiten nicht unbedingt ungewöhnlich und tritt Jahr für Jahr vornehmlich in der warmen Jahreszeit auf. Doch was sind und wie entstehen Tornados eigentlich?Tornados kommen in der Regel in Nordamerika und im mittleren Westen der USA vor. Verbunden mit Gewittern, starken Regenfällen und hohen Windgeschwindigkeiten können sie ganze Landstriche verwüsten. Tornados treten über dem Festland auf und sind nicht zu verwechseln mit Hurricanes, welche über dem Meer unter anderen Voraussetzungen entstehen.

Tornados - eine Schneise der Verwüstung

Wenn feuchtwarme Luftmassen meist vom Meer kommend über das Festland streichen und unter kalte Luft gerät, vermischen sich diese nicht einfach, sondern sind durch eine Sperrschicht voneinander abgegrenzt, wodurch starke lokale Unterschiede der Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrschen. Eine perfekte Voraussetzung für einen Tornado. Die warme Luft hat trotzdem das Bestreben aufzusteigen. Dies geschieht schlagartig, die warme Luft durchbricht an einigen Stellen die darüberliegende Kaltluftschicht. Wie in einem Kamin strömt sie aufwärts, kondensiert, bildet Gewitterwolken und rotiert dabei. Bis zur Kondensation oder Aufnahme von Staub ist ein Tornado unsichtbar. Der nach innen starke Druckabfall von 50 - 100 hPa wird durch nachströmende Luftmassen ausgeglichen. Dabei bildet sich der für Tornados typische Rüssel aus, der mitunter den Boden erreicht und eine "Schneise der Verwüstung" hinterlässt. Diese Schneise ist allerdings eng auf den Durchmesser des Rüssels begrenzt. Man vermutet, dass die Windgeschwindigkeiten von 300 - 800km/h so groß sind, dass der Kontakt zu den außenliegenden Luftmassen abreißt. Der Durchmesser des Rüssels kann wenige Meter bis mehrere 100 m betragen. Berichte von einer verwüsteten und einer verschonten Straßenseite sind nicht ungewöhnlich, zeigt dies doch die extremen lokalen Gegensätze, die ein Tornado mit sich bringt und ihn erst so gefährlich machen.
 
Die horizontalen Zuggeschwindigkeiten von einem Tornado sind unterschiedlich. Er kann stillstehen aber auch mit bis zu 70km/h über das Land ziehen. Das ist nicht einmal Orkanstärke; die Gefahr geht daher auch eher von den hohen Geschwindigkeiten im Inneren aus. Die Saugkraft kann nicht nur Dächer abdecken und Bäume entwurzeln sondern auch Autos durch die Luft wirbeln (und in manchen Hollywood-Streifen auch Kühe). Der Spuk eines Tornados kommt meist nach einigen Minuten zum Erliegen. Dabei kann er immerhin noch eine Strecke von 20 - 30km zurücklegen.
 
In unseren Breiten werden Tornados als Tromben oder Windhosen bezeichnet und erreichen in der Regel nicht die Ausmaße der amerikanischen großen Brüder. Zerstörerisches Ausmaß hatte ein Tornado im Mai 2009 in Mecklenburg-Vorpommern im Kreis Parchim. Er hinterließ mehrere beschädigte Häuser und Autos mit einem Gesamtschaden von 3,5mio Euro.

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