Island Geysir Land der ExtremeWer außergewöhnliche Reisen Pauschalurlauben vorzieht, der ist auf Island in jedem Fall gut aufgehoben. Das auf den ersten Blick kärgliche Fleckchen Erde inmitten des Nordatlantik kann mit Naturschauspielen glänzen, die in Europa ihresgleichen suchen. Hier folgt eine bebilderte Tour, die auch Reisetipps jenseits der Touristenziele verrät. Diese Reiseroute nimmt ca. zwei Wochen in Anspruch.

Thingvellir (Þingvellir): Island entstand am mittelozeanischen Rücken

Thingvellir Island
Island – die Insel aus Feuer und Eis. Knapp südlich des Polarkreises erhebt sich die größte Vulkaninsel der Welt mit einer Fläche von rund 103000 Quadratkilometern. Am nächsten mit einer Entfernung von 290km liegt Grönland, dessen Eisschild man bei guter Sicht vom äußersten Nordwesten sehen kann. Island liegt auf dem mittelatlantischen Rücken, welcher im Zuge der Auseinanderdrift der Kontinentalplatten (sea-floor-spreading) entstand. Island liegt sowohl auf der eurasischen als auch auf der nordamerikanischen Platte, welche rezent mit 2cm pro Jahr divergieren. Daher zieht sich auch ein gut sichtbarer Graben diagonal durch Island. Am beeindruckendsten ist dieser am Þingvellir (Thingvellir) zu bestaunen:

Thingvellir Island
Im Thingvellir-Nationalpark, hier auf der Abbildung, kann man diesen Graben sehen. Die Seite des Fotografen ist "amerikanisch", die gegenüber des Grabens "europäisch". Island ist das Produkt der Kontinentaldrift. Dort, wo die Platten auseinanderreißen, entsteht zunächst durch Aufstieg und Intrusion geschmolzenen Mantelmaterials neuer Meeresboden. Bei fortdauerndem Prozess erheben sich diese Massen, steigen über Meeresniveau und bilden Erhebungen. Dabei wird der alte Meeresboden zu beiden Seiten weggeschoben. Land entsteht. Durch absolute Altersdatierungen konnte man Islands Ursprung so auf 16 – 18 Millionen Jahre vor unserer Zeit beziffern, also im späten Tertiär bzw. Neogen. 


021 03 Thingvellir am Thingvallavatn karte physisch
Wie hier (Sicht landeinwärts) und auch schon auf dem letzten Foto zu sehen, läuft der Graben bei Thingvellir langsam aber stetig mit Wasser voll. Das liegt an der fortdauernden Absenkung der Eintiefung, es ist ein tektonisches Absenkungsgebiet mit Pahoehoe-Lava und diente den Isländern früher als Versammlungsort (Althing). Zeitzeugen berichteten, dass die Sumpflandschaft in den letzten 30 Jahren zugenommen hat und sich die Seen immer mehr ausgeweitet haben. Auf dem ersten Foto ist nicht das Meer zu sehen, sondern ein riesiger, sich in der Senke befindlicher See, der Thingvallavatn ("vatn" ist isländisch und heißt "See"). Der Thingvallavatn ist auf der Karte (Bild unten) ziemlich genau in der Mitte. Thingvellir liegt direkt am nördlichen Ufer.

Hraunfossar - Wasserfälle

Hraunfossar, die "Lavafälle", zählen zweifellos mit zu den schönsten des Landes

Hraunfossar Wasserfälle Island
Auch hier sind wieder geologische Besonderheiten hautnah mitzuerleben. Die Entstehung der Fälle geht auf einen Vulkanausbruch zurück. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Lavastrom Gráhraun zum Stehen gekommen, an dessen Kante entlang sich der vom Langjökull-Gletscher gespeiste Fluss Hvitá sein Flussbett gegraben hat.

Flussaufwärts versickert ein Seitenarm des Hvitá in der porösen Lava und fließt unterirdisch auf der unter der Lavaschicht liegenden, wasserundurchlässigen Basaltschicht weiter, bis er schließlich auf knapp einem Kilometer Länge zwischen den Schichten in zahlreichen kleinen Wasserfällen wieder zum Vorschein kommt. Die Hraunfossar-Wasserfälle.

Barnafoss
In unmittelbarer Nähe des Hraunfossar befindet sich der Barnafoss, was soviel heißt wie "Wasserfall der Kinder". Einer Sage nach sollen dort zwei Kinder ertrunken sein, die von einem Steinbogen stürzten, der früher über dem Fluss lag. Die Leute vom Hof Hraunsás fuhren einmal zur Weihnachtsmesse, ließen aber zwei Kinder zu Hause. Als sie zurückkehrten, waren die Kinder verschwunden, aber ihre Spur führte zu dem Steinbogen am Fluss; sie waren hineingefallen und ertrunken. Daraufhin ließ ihre Mutter den Steinbogen zerstören, damit sich so eine Tragödie nicht noch einmal ereignet. Der Barnafoss weist zum Teil heftige Stromschnellen auf.

Von einer über den Fluss gebauten Brücke kann man den Barnafoss und den Hraunfossar gut sehen. Man steht direkt über den tosenden Stromschnellen.

Deildartunguhver ("Heiße Quelle")

Vom Thingvallavatn geht die Reise weiter, zunächst auf halbwegs befestigten Schotterpisten vorbei am Thorisjökull (Þórisjökull). Zwischen dem Langjökull und dem riesigen Schildvulkan Ok befindet sich ein Gletscher, der zu den kleineren Islands zählt ("jökull" isländisch für "Gletscher").

Deildartunguhver - die ergiebigsten Heißwasserquellen Europas

Der Hauptstraße 52 Richtung Nordwesten folgend gelangt man schließlich zu einem gezähmten Naturschauspiel. 180 Liter Wasser pro Sekunde mit einer Temperatur von nahezu 100°C erzeugen mit Hilfe eines Generators 62 Megawatt und versorgen das 35km entfernte Borganes und rund 65km entlegene Akranes.

Hier sieht man die Deildartunguhver, die seit 1987 unter Naturschutz stehen. Man sollte genügend Abstand zur Heißwasser-Quelle halten! Das Wasser ist kochend heiß.

Vermutlich ist das aus Deildartunguhver heiße, strömende Wasser vor knapp 1000 Jahren als Niederschlag auf das Hochplateau oberhalb der Täler Borgarfjördur (Borgarfjörður) gefallen. Die Quellen mit einer Schüttung von 500l/s befinden sich nur 19m über dem Meeresspiegel, daher muss das Wasser mit Pumpen verteilt werden. Die Anlagen dazu betreiben Fernwärmegesellschaften in Akranes und Borgarfjördur (Borgarfjörður). Die Rohrleitungen bestehen größtenteils aus Asbest-Zement, in Teilen auch aus Stahl. Das Wasser bahnt sich von Deildartunguhver seinen Weg nach Akranes in 24 Stunden. Dabei kühlt es nur auf 73°C ab (Borganes 77°C, auf dem Land 65°C). Allerdings ist die Temperatur wetterabhängig: Bei trockenem Wetter oder Frost steigt sie, bei lang anhaltendem Regen hingegen fällt sie.

Übrigens haben sich auch einige Spezialisten angesiedelt, die es auf Island nur hier in unmittelbarer Nähe der Quellen gibt. Darunter zum Beispiel der Rippenfarn (Blechnum spicant).

Thorisjoekull IslandDeildartunguhver Island QuelleDeidartunguhver Quelle AustrittBlechnum spicant Rippenfarn

Durch weite Trogtäler nach Akureyri

Über die Oxaheidi geht es vorbei am Torfmuseum Glaumbaer bis nach Akureyri.

Schon wieder wandelt sich die Landschaft extrem. Während man sich Richtung Norden über Schotterpisten hochgearbeitet hat, entschädigt der weite Ausblick über die riesigen Trogtäler.

Bizarre Landschaft. Gut erkennbar sind hier die einzelnen Lava-Schichten, die Lage für Lage mächtige Decken gebildet haben, die später durch Gletscher, Wind, Wasser erodiert wurden. Jede Schicht spiegelt also ein Ausbruchs-Ereignis wieder.

Weiter durch die Trogtäler und vorbei an wunderschönen Fjorden gelangt man dann landeinwärts der Ringstraße Nr. 1 folgend nach Glaumbaer (Glaumbær). Für kulturell Interessierte ist das Torfmuseum Glaumbaer sehenswert.

Die Häuser sind weitestgehend aus Torf gebaut und stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie gehörten einst zu einem wohlhabenden Hof und sind gut erhalten. Man kann die Häuser betreten und sich einen Einblick in das damalige Leben verschaffen. Vieles vom originalen Inventar ist noch erhalten und kann bestaunt werden. Man kann sich gut vorstellen, dass das Leben in der rauhen Umgebung mit Sicherheit nicht einfach war und viel abverlangt hat.

Trogtal IslandTrogtal IslandLavaschichten IslandTorfmuseum Glaumbaer

 

Whale Watching in Husavik

Walbeobachtung Beobachtungstour
Húsavík, ein typisches Fischer-Städtchen, zählt gerade mal 2500 Einwohner und ist trotzdem ein bedeutendes Handelszentrum im Norden Islands. Früher wurde von hier aus Schwefel aus dem Mývatn-Gebiet exportiert, heute konzentriert sich der Export auf Kieselgur. Doch eine ganz andere Branche verzeichnet in den letzten Jahren rasantes Wachstum: Whale Watching oder zu deutsch: Walbeobachtung.

Whale Watching hat sich seit 1997 etabliert und ist seitdem nicht mehr aus Húsavík wegzudenken. Vom Hafen aus starten die Rundfahrten diverser Anbieter, die man vor Ort kurzfristig buchen kann. Mit Glück kann man größere Exemplare beobachten, kleinere Wale und Delphine bekommt man eigentlich immer zu Gesicht. Nach einer ca. 20 minütigen Fahrt aufs offene Meer hinaus sollte man seine Kamera bereithalten.

Übrigens haben die Isländer längst erkannt, dass sich mit Walbeobachtungen mehr Geld verdienen lässt als mit Walfang. Ohne Wale - kein Whale Watching. Zugegeben: Whale Watching in Húsavík ist wahrlich kein Geiheimtipp und ist daher auch von Touristen sehr gefragt. Allerdings trägt man mit dem Kauf eines Tickets indirekt zur Erhaltung der selten gewordenen Wale bei.

Wer lieber an Land bleiben möchte, kann sich den sehr überschaubaren Ort näher anschauen. Sehenswert ist die Kirche. Sie wurde in Blockbauweise Anfang des letztens Jahrhunderts errichtet und 1907 eingeweiht. Das Holz des Gotteshauses stammt allein aus Norwegen. Bäume sind auf Island bekanntlich rar.

Husavik island whale watchingIsland whale watching bootIsland whale watching walIsland Whale Watching Wale beobachten Husavik Husavik Island Blick auf Kirche

 

Die hufeisenförmige Schlucht Ásbyrgi

Island Asbyrgi Tal
Ásbyrgi, eine Felsenschlucht mit rund 100m hohen, nahezu senkrechten Felswänden, formte sich einst durch den Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum, welcher heute weiter östlich fließt. Das Flussbett bei Ásbyrgi fiel vor rund 2000 Jahren trocken, als ein gewaltiger Gletscherlauf abging und sowohl Ásbyrgi den letzten "Schliff" gab als auch den Gletscherfluss in andere Bahnen lenkte.

Island Asbyrgi Schlucht
Es ist mittlerweile durch absolute Altersdatierungen erwiesen, dass durch Àsbyrgi einst der Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum floss und sich dann in zwei Arme aufteilte. Rückschreitende Erosion und mindestens drei Gletscherläufe, davon einer vor ca. 2000 Jahren so gewaltigen Ausmaßes, dass er geschätzt vier Mal stärker war als jener Gletscherlauf von 1996, nagten unaufhaltsam an den Fallkanten, bis sie sich schließlich weiter nördlich zu einer Fallkante vereinigten. Der lange, rechteckige Block namens "Eyjan" in der Mitte blieb als Relikt übrig; er teilte einst die beiden Arme voneinander.

Island Polartag
Heute erinnert die Form an ein Hufeisen. Der Sage nach soll es sich um einen Huftritt des achtfüßigen Pferdes Odins sein. Man kann sich gut die gewaltigen Kräfte vorstellen, die dieses Tal geformt haben: Schmelzwasser, dass sich durch besondere Konstellationen im Gletscher des Vatnajökull angesammelt haben, ergossen sich mit einem Mal Richtung Norden und legten die Strecke von 170km an ein bis zwei Tagen zurück. Die braunen Wassermassen rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte, schnitten sich ins Gestein ein und formten Gebilde wie jene in Àsbyrgi. Erwandern lässt sich Àsbyrgi gut durch die Schlucht von Norden her kommend entlang der zahlreichen Trampelpfade durch ein kleines Birkenwäldchen. Rechts in der Schlucht führt ein Trampelpfad ein Stück zunächst an der Felswand entlang und schließlich ein paar Meter aufwärts, so dass man die Schlucht über die Baumkronen hinweg gut überblicken kann. Ca. 10km von Àsbyrgi entfernt befindet sich eine Schule, die in den Sommermonaten geschlossen ist und gegen geringe Gebühr als Schlafsackquartier genutzt werden kann. Von dort kann man die weitläufigen, breiten und flachen Schotterflächen des Jökulsá á Fjöllum überblicken. Man befindet sich am Rande der Schwemmfläche des größten Gletscherflusses Islands. Wir befinden uns hier übrigens weniger als 75km entfernt vom nördlichen Polarkreis. Die Tage sind merklich länger und der Sonnenuntergang ist gefühltermaßen gleichzeitig der Sonnenaufgang. Das nachstehende Foto entstand am 29.07 um 02:30Uhr. Von einer "Nacht" kann hier nicht mehr die Rede sein.

Der Dettifoss

021 23 Island Dettifoss WasserfallWeiter flussaufwärts geht es durch Grundmoränenlandschaften zum Dettifoss. Hier stürzt der Fluss Jökulsá á Fjöllum rund 100m tief in die Schlucht Jökulsárgljúfur. Der Wasserfall ist der größte auf Island und der leistungssärkste in Europa. Dabei ist die Herðubreið, ein subglazialer Tafelvulkan, der 1908 zum ersten Mal bestiegen wurde, immer in Sichtweite. Die braunen Wassermassen tosen und reißen nicht nur Sedimente, sondern auch größere Gesteinsbrocken mit sich in die Tiefe. Hin und wieder poltert und rumpelt es ordentlich. Absperrungen gibt es nicht, so dass Wagemutige sich knapp bis an den Rand vorwagen und noch ihren Kopf recken. Allerdings nimmt einem die aufsteigende Gischt die Sicht. Beeindruckend!

Die Missetäterwüste

021 24 Island Missetäterwüste Nächste Station nach dem Detifoss ist die Missetäterwüste. Früher wurden hierhin Verbrecher und Mörder verbannt. In der Missetäterwüste gibt es so gut wie nichts. Kaum Vegetation und so gut wie kein Wasser. Die Landschaft gleicht einer Mondlandschaft. Hier wecheln sich Grundmoränen in fast eintöniger Monotonie ab. Nebenbei besteht dieses Gebiet mit 4.500km2 aus der größten Lavadecke der Erde. Eine Verbannung in diese kühle Wüste aus Stein glich einem Todesurteil. Aufgrund der (angenommenen) Ähnlichkeit zur Mondoberfläche haben hier sogar die Amerikaner ihre Mondlandung und den geplanten Aufenthalt auf dem Erdtrabanten trainiert. Böse Zungen behaupten, hier wurde die Mondlandung inszeniert und gedreht.

Der Vitikrater

021 25 Vitikrater WarnschildHat man die Missetäterwüste erfolgreich durchquert, folgt das Gebiet des Mývatn (Mückensee). Eine Wanderung über die Askja, eine Caldera, lohnt sich sehr - wenn denn das Wetter mitspielt. Leider ist das immer ein Glücksspiel, so dass wir sehr durchfroren waren. Wie gut, dass gleich der Vitikrater vor uns auftauchte. Der Vitikrater ist ein kleiner, mit Wasser gefüllter Seitenkrater. Das Magma wirkt dabei wie eine Herdplatte und heizt das Regenwasser auf wohlige Temperaturen auf. Dies lädt spontan zum einem Bad ein, wenn man denn den sehr glitschigen Weg hinab in den Krater wagt. 021 26 Bad im VitikraterDas Warnschild lässt zunächst nichts Gutes Vermuten, aber nach einem kleinen Temperaturtest mit dem dicken Zeh beträgt die Temperatur des Wassers wohlige 30 - 35°C statt der angegebenen 50 - 100°C. Ein eigenrtaiges Gefühl bleibt jedoch bei der Vorstellung, dass unter einem eine Magmakammer ist, es überall sehr nach abgefeuerte Silvesterraketen riecht und direkt am Ufer Fumarolen, Mofetten (?) und Solfatare mit schön gelbauskristallisiertem Schwefel von einer "inaktiven Aktivität" zeugen. Der Unterschied zwischen Mofetten, Solfataren und Fumarolen ist übrigens folgender:

  • Mofetten: CO2-Exhalation, max. 100°C
  • Solfatare: H2S-Exhalation, , 200 - 250°C
  • Fumarolen: hauptsächlich H2O-Exhalation, 200 - 800°C

Rund um den Mývatn

021 27 Island Myvatn PseudokraterDie Gegend rund um den Mývatn hält noch weitere Naturwunder in der Hinterhand. Auffällig sind die vielen vermeintlichen Krater. Hier handelt es sich um sog. Pseudokrater, die explosionsartig entstanden sind, als Wasser bzw. Grundwasser auf heiße Lava getroffen ist. Der dabei entstandene Wasserdampf hat dabei regelrecht Krater in den Boden gesprengt. Mit Vulkanismus in Form von austretender Lava hat das nichts zu tun - daher der Name Pseudokrater.

 

021 28 Myvatn SchwefelfelderGanz in der Nähe befinden sich noch beeindruckende Schwefelfelder, die einen den Vulkanismus Islands hautnah miterleben lassen. Schwefel liegt auch hier in seiner elementaren Form vor. Überall dampft und zischt es. In den Schlammlöchern brodelt bei rund 100°C eine heiße, ätzende Gesteinsbrühe. Es ist dringendst anzuraten, auf den abmarkierten Wegen zu bleiben. Der Untergrund ist brüchig, teils hohl. Das Gebiet unterliegt ständigen Veränderungen. Im Jahr 2005 wagte sich ein russischer Student zu nah an ein Schlammloch heran und brach vor den Augen seiner Kommilitonen ein. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

021 29 Myvatn Schlammtopf SchlammlochSchlammlöcher oder Schlammtöpfe (engl. mud pot) sind nahe verwandt mit den oben genannten Fumarolen. Entscheidend ist hier das Mehrangebot an Wasser. Während bei Fumarolen das meiste Wasser verdampft, ist bei den Schlammtöpfen der Grundwassernachschub größer, so dass nicht alles verdampft und das flüssige heiße Wasser mit dem Boden eine Suspension ergibt. Diese kann je nach umgebendem Gestein und Boden in ihrer Zusammensetzung stark variieren. Der pH-Wert der Schlammtöpfe des Myvatn liegt aufgrund der Schwefelverbindungen auf dem Niveau einer Autobatterie. Unter diesen Bedingungen lösen sich selbst Steine nach und nach zu tonigem Brei auf.

Goðafoss

021 30 Wasserfall GodafossGleichermaßen beeindruckend und bekannt ist der Goðafoss (Götterwasserfall). Für die Isländer ist dieser Wasserfall des Flusses Skjálfandafljót ebenfalls geschichtsträchtig: Þorgeir, der Häuptling des Ljósavatn-Gebietes und Gesetzessprecher des Althing, wurde im Jahr 1000 mit der Aufgabe betreut, zu entscheiden, ob die Isländer zum Christentum übertreten sollten. Nachdem sich die Isländer für das Christemtum entschieden, soll er seine heidnischen Götterbilder in den Wasserfall geworfen haben. Der Name "Götterwasserfall" (Goðafoss) erinnert noch an dieses Ereignis. Der Wasserfall hat bei einer Breite von ca. 30m eine Fallhöhe von 12m. Hin und wieder finden sich ein paar Wagemutige (oder Lebensmüde), die sich mit dem Kayak hinabstürzen.

Der Aldeyjarfoss

021 31 Aldeyjarfoss Wasserfall IslandNoch etwas weiter flussaufwärts des Skjálfandafljót am Ende der Sprengisandur-Hochlandroute befindet sich der Aldeyjarfoss, welcher eine Fallhöhe von rund 20m hat. Der Wasserfall wird umrahmt von schwarzen Basaltsäulen. Der Basalt gehört zu einem Lavafeld namens Frambruni, das hier im südlichen Teil Suðurárhraun genannt wird. Basaltsäulen entstehen, wenn basaltische Lava langsam abkühlt. Dabei zieht sich der Basalt zusammen und bildet senkrecht zur Abkühlungsfläche die typischen, sechseckigen, teils meterlangen Säulen aus. Erstarrt basaltische Lava schnell, bilden sich keine Säulen aus sondern es entsteht ein zusammenhängendes Gesteinsgefüge (Pāhoehoe-Lava oder als Aa-Lava).

Landmannalaugar

021 32 LandmannalaugarLandmannalaugar ist eine Gegend ca. 180km östlich von Reykjavík und zählt zu den schönsten des Landes. Das unter Schutz stehende Gebiet besticht durch seine Farbenpracht. Zudem findet man hier alles, was das Geologenherz höher schlagen lässt: Solfatarenfelder, mit rhyolithischer Lava überprägte Moränen, Vulkanspalten, Natronkristalle, Frostmusterböden, Solifluktionsböden... Gründe Moosfelder und Schneereste setzen weiter Farbkontraste. Hier lohnen sich Wanderungen entlang der gut ausgeschilderten Wanderrouten.

Skaftafell-Nationalpark

021 33 Skaftafell SkaftajoekuellWeiter südlich Richtung Küste schließt der Skaftafell-Nationalpark an. Hier liegt auch der Skaftajöküll, ein gewaltiger Gletscher, der im Jahre 1996 mit seinem Gletscherlauf noch für Schlagzeilen sorgte und Teile der Ringstraße B1 einfach mit sich riss. Man kann direkt bis an den Rand des Gletschers laufen - allerdings muss man Jahr für Jahr ein aufgrund des Klimawandels ein paar Meter mehr zurücklegen. Der Gletscher kalbt hier mit ansehnlichen Eisbrocken, die dann weiter flussabwärts und schließlich ins Meer treiben.

Der Skógafoss

021 34 Skogafoss WasserfallDer Skógafoss ist einer der schönsten Wasserfälle Islands. Der Siedler Þrasi, der sich in Skógar niederließ, soll eine Kiste voll Gold hinter dem Wasserfall versteckt haben. Als ein junger Knabe versuchte, den Schatz zu holen, konnte er nur einen Ring an der Seite der Kiste erreichen, bevor diese wieder verschwand. Der Ring wurde an der Kirchentür von Skógar angebracht und ist jetzt der Stolz des Heimatmuseums. Wenn die Sonne scheint, kann man heute noch sehen, wie das Gold von Þrasi in der Gischt des Wasserfalls schimmert. Der Skógafoss hat eine Fallhöhe von 62m. Mit regenfester Kleidung ist es ohne Problem möglich, den ausgeschilderten Wanderweg zu nehmen und einmal hinter dem Wasserfall herzulaufen.

Der Geysir

Island Geysir Land der ExtremeLetzte Station ist der berühmte Geysir "Strokkur". Strokkur war bis zum Jahr 1789 inaktiv. Dies änderte sich nach einem Erdbeben. Mit der Zeit ließ dies wiederum nach, wesegen dieser wohl wegen der zahlreichen Touristen im Jahre 1963 durch einen mechanischen Eingriff wieder aktiviert wurde. Der namensgebende "Große Geysir" ist nur sehr selten aktiv. Die Fontäne des Strokkur erscheint ca. alle zehn Minuten und kann eine Höhe von ca. 30m erreichen.

 

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