099 Hassberge Unterfranken BettenburgDie Haßberge sind neben Steigerwald und Frankenhöhe der nördlichste Teil des Fränkischen Keuperlandes. Die wechselvolle Landschaft zeichnet nach, was durch die Geologie vorgegeben ist. Jeder Geländeanstieg, jede Verflachung ist ein Ergebnis wechselnder Ablagerungen. Die harten Keupersandsteine mit weichen, leicht verwitterbaren Tonen des Gipskeuper bilden die Steilanstiege des Steigerwaldes und der Haßberge. Die an die Steilanstiege anschließenden Hochflächen werden von Deckschichten des Blasen- und Burgsandsteins gebildet; diese werden durch die nach Osten entwässernden Fließgewässer nach Osten deutlich zerriedelt und aufgelöst.


Im Ostteil der Haßberge nimmt die geologische Vielfalt zu: zum Sandsteinkeuper kommen Rhätsandstein (Oberer Keuper), Feuerletten und Lias (Sandsteine, Tone, Mergel) hinzu. Dies gilt auch für das Itz-Baunach-Hügelland, das der östlichen Hochfläche der Haßberge insgesamt geologisch sehr ähnlich ist. Es gibt mehrere Abbaustellen für Sandstein und eine für Basalt (Zeilberg bei Maroldsweisach).

Der Keuper

Die Keuperbergländer der Haßberge sind zusammen mit dem Steigerwald und der Frankenhöhe ein Bestandteil des fränkischen Schichtstufenlandes, dessen flächenmäßig größter Teil von den Ablagerungen aus der Zeit des Keupers vor ungefähr 225 bis 205 Millionen Jahren gebildet wird. In dieser Zeit kommt es in dieser Region, dem Germanischen Becken, das zuvor während der Muschelkalk-Zeit noch von Meer bedeckt war, zu einem steten Wechsel zwischen Verlandung in weitausgedehnten Sümpfen mit pflanzenführenden Ablagerungen in Sandsteinen und Tonen, sowie Meereseinbrüchen mit dolomitischen Schichten. Örtlich entsteht in den flachen Lagunen und Seen durch Eindampfung Gips und Steinsalz. Bei den Tieren waren die großen "Froschsaurier" (Stegocephalen), als Ur-Amphibien mit Schädellängen über 1 m und krokodilähnliche Saurier mit einer Größe von 5-6 m typisch für diese Sumpflandschaft. Hier erscheinen auch die ersten, bis 10 m langen Dinosaurier, darunter der erste in Deutschland 1834 von einem Nürnberger Arzt Prof. Dr. Engelhard gefundene Plateosaurus engelhardti. Plateosaurierknochen wurden u.a. auch in den Hassbergen bei Altenstein gefunden. In den Lagunen und Seen gab es Muscheln und verschiedene Fischarten. Versteinerte Abdrücke von Insektenflügel sind sehr selten im Schilfsandstein gefunden worden. Die Pflanzenwelt bestand vorallem aus baumgroßen Schachtelhalmgewächsen, Farnen, Palmfarnen und altertümlichen Nadelbäumen, Blütenpflanzen gab es in dieser Zeit noch nicht. Von den Pflanzen sind als Fossilien hier im Schilfsandstein am häufigsten die Abdrücke der Stämme, Äste und Wurzeln der bis zu 5 m hohen Riesenschachtelhalme (Equisetites arenaceus) zu finden. Der Name Schilfsandstein rührt von diesen Schachtelhalmfunden her, die früher irrtümlich als Schilf bezeichnet worden sind.

Der Rennweg

Ein kleiner Bruder des bekannten Rennsteiges auf dem Thüringer Wald ist der Rennweg in den Haßbergen. Ebenso wie der Rennsteig zieht auch diese uralte Verkehrsverbindung auf einem Gebirgskamm, dem der Haßberge, in nordwestlich/ südöstliche Richtung. Im westlichen Teil der Haßberge wird er als "Rennweg" bezeichnet, im östlichen Teil als "Hohe Straße" bzw. als "Hochstraße". Dazwischen liegt die Manauer Senke im Bereich von Hofheim. Die Beschaffenheit des Weges als Kammweg (Salzhandels- weg vom Grabfeld nach Bamberg). Wie auch vorzeitliche Funde und Anlagen an oder in seiner Nähe lassen den Schluss zu, dass es sich um einen bereits seit der Vorzeit begangenen Weg handelt. Jeweils an einem Ende des Rennweges, oberhalb von Kleinbardorf und oberhalb von Hofheim, befinden sich in strategisch günstiger Lage zwei vorzeitliche Befestigungsanlagen, zwischen denen der Rennweg die kürzeste Verbindung darstellt. Daneben war der Rennweg auch die kürzeste Verbindung zwischen den vorzeitlichen Siedlungsplätzen im Grabfeldgau, in der Gegend von Hofheim und nahe der Mündung der Baunach in den Main bei Hallstadt/Bamberg.

Zur Zeit Karl des Großen stellte der Rennweg eine Volkstumsgrenze zwischen dem westlich gelegenen, fränkisch besiedelten Grenzland des Frankenreiches und dem östlichen, von den Slawen und Wenden bewohnten Gebieten dar. Noch im Sommer 1796 wurde diese Verbindung von französischen und österreichischen Soldaten als Aufmarsch- bzw. Rückzugsweg genutzt.
Bereits in einer Chronik der Haßberge von Ernst Solger aus dem 1894 wird die alte Verbindung erwähnt: "Von Fulda führte bis Bamberg eine uralte Straße. Von Bad Königshofen kommend erstieg sie bei der Wildburg und lief auf dem südöstlich der Baunach bleibenden Kamme derselben oberhalb Königsberg ..."

Die Nassacher Höhe mit 512 m ü. NN liegt am Rennweg. Der Burgstall Rottenstein und die Schwedenschanze befinden sich in unmittelbarer Nähe des Rennweges. Von einer mehrfachen Wegkreuzung den sog. "Sieben Wegen" führt ein Weg zu einen Aussichtsturm auf der Schwedenschanze. Die Nassacher Höhe ist mit 512 m ü. NN der höchste Berg des Höhenzuges der Haßberge am Rennweg im gleichnamigen Landkreis Haßberge in Bayern. Sie liegt im fränkischen Naturpark Haßberge oberhalb von Nassach, einem Ortsteil von Aidhausen.

Bitte erst anmelden um zu kommentieren.

Hinterfragt

Spam-Pranger

Dieser Mist nervt jeden! Hier sind die verrücktesten und derbsten Spam-Nachrichten. Ansehen...